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Operatives Kapitalanlagecontrolling - Teil 3

Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt (s. Teil 1) und im Rahmen des strategischen Controllings die grundsätzlichen Ziele für die Kapitalanlage gesetzt und Eckpunkte in Form einer Anlagerichtlinie festgehalten wurden (s. Teil 2), geht es im Folgenden und letzten Artikel unserer Reihe zum Thema Kapitalanlagecontrolling um das operative Controlling.

Der für diese Betrachtung zugrunde gelegte Kreislauf des operativen Controllings besteht im Wesentlichen aus Fünf Schritten.

Schritt 1: Handlungsbedarf feststellen
Stellen Sie fest, inwieweit ein Handlungsbedarf besteht. Folgende Fragen sind zu klären:
Was ist wie lange festgelegt?
Welche Beträge stehen wann zur Verfügung?
Welche Beträge werden wann gebraucht?
Wo kann/soll umgeschichtet werden?)

Schritt 2: Marktanalyse
Steht der Handlungsbedarf fest, muss eine Analyse des Kapitalmarkts erfolgen und nach möglichen Handlungsoptionen gesucht werden.

Schritt 3: Anlageentscheidung
Auf Basis der Markanalyse kann ihr zuständiges Gremium darüber entscheiden, wie gehandelt werden soll. Für jede Anlage ist zu erfragen:
Welche Motivation steht hinter dem Kauf? Macht das Produkt Sinn?
Die jeweiligen Entscheidungen sind entsprechend zu dokumentieren.

 Tipp: 
Als hilfreich hat sich die Erstellung eines Formblatts „Anlagenentscheidung“ erwiesen, welches zum Beispiel folgende Felder enthalten kann:

  • Anlass für die Anlageentscheidung
  • Vorgaben und Einschränkungen
  • Zeitraum: Für wie lange soll das Geld angelegt werden?
  • Hintergrunddaten: Dokumentieren Sie die Marktlage und mögliche Alternativen
  • Rendite/Risiko: Wie wird die Anlage eingestuft in Bezug auf Rendite und Risiko?
  • Controlling/Steuerung – Anforderungen an das Berichtswesen

 Tipp: 
Die genaue Ausgestaltung hängt dabei auch davon ab, wie ausführlich bereits die Anlagerichtlinie ist. Je detaillierter Ihre Anlagerichtlinie ist, desto geringer ist in der Regel der Dokumentationsaufwand für Ihre einzelne Anlageentscheidung (s. Artikel: Kapitalanlagecontrolling Teil 2).

Schritt 4: Umsetzung
Als nächstes wird die getroffene Entscheidung umgesetzt. Die entsprechende Entscheidungsdokumentation sollte alle hierfür notwendigen Daten enthalten.

Schritt 5: Berichtswesen und Kontrolle
Durch das Berichtswesen erhalten Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Wurde die richtige Entscheidung getroffen?
  • Besteht erneuter Handlungsbedarf?
  • Wie sieht der zeitliche Ablauf aus?
Der Bericht kann beispielsweise Aussagen enthalten
  • Zur Wertentwicklung der Kapitalanlagen in der Vergangenheit
  • Zur Entwicklung der Kapitalanlagen versus vorher bestimmte Benchmarks
  • Risikokennziffern für die Vergangenheit
  • Über die Zielerreichung, Marktentwicklungen und Risiken
  • Über anstehende Entscheidungen und sonstigen Handlungsbedarf

Zur Gestaltung von Berichten sei hier verwiesen auf den Artikel „Checkliste Berichtswen“ vom 05.09.2012.

Zusammenfassung

Die folgende Grafik fasst nochmals alle vorgestellten Elemente zusammen.

Umfang und Details müssen Sie für Ihre Organisation individuell klären und gestalten. Wichtig ist es, einen Anfang zu machen und dann im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses das Kapitalanlagecontrolling Schritt für Schritt auf die Belange ihrer Organisation anzupassen und zu optimieren.

Nicht immer ist dabei mehr Komplexität gefordert. Wie oben aufgezeigt kann beispielsweise eine Konkretisierung der Anlagerichtlinie zu einer erheblichen Verschlankung der Dokumentation von Anlageentscheidungen führen.

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